Küste von Rom

Borgo Valadier in Fiumicino

Bilder für Wikipedia

Santa Maria Porto della Salute, Fiumicino, Foto: RaBoe Wikipedia

Fiunicino kennt fast jeder Tourist – dem Namen nach. Denn die meisten Besucher Roms landen auf dem Flughafen im Gemeindegebiet. Doch den Ort Fiunicino besucht fast niemand. Dabei ist Fiumicino gleichzeitig eine der jüngsten und doch geschichtsträchtigsten Städte Latiums. Vor weniger als 200 Jahren gegründet, nachdem die Gegend Jahrhunderte lang verlassen war, war doch hier vor zwei Jahrtausenden eine der wichtigsten Hafenstädte Italiens.

Nun hat die Stadt Fiumicino beschlossen ihre Vergangenheit wieder aufzupolieren. Mit einem großangelegten Sanierungsprogramm beginnt man den klassizistischen Kern der kleinen Hafenstadt aufzuwerten und soweit möglich in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. Der sogenannte Borgo Valadier, die Keimzelle Fiumicinos, besteht eigentlich nur aus einer Häuserzeile entlang des Mündungskanals des Tibers zwischen dem Palazzo dell’Orologio, dem Palast mit der Uhr, der heute das Rathaus beherbergt, und der Torre Alessandrina, einem Wachturm den Papst Alexander VII. 1662 zur Sicherung der Tibermündung errichten ließ. 1773 folgte die Torre Clementina auf Anweisung von Papst Clemens IV., die bis zu ihrer Zerstörung durch die Wehrmacht 1944 das Wahrzeichen Fiumicinos war.

Torre Clementina

Historische Aufnahme der Torre Clementina

Das Gebiet der heutigen Stadt Fiumicino war versumpft und bis auf ein paar klägliche Fischerhütten unbewohnt. Anfang des 19. Jahrhunderts, nach der Wiederherstellung des Kirchenstaats durch den Wiener Kongreß kümmerte sich Papst Pius VII. um den Wiederaufbau seines Herrschaftsgebiets. An der Tibermündung sollte ein kleiner Hafen entstehen. Giuseppe Valadier, fähigster Architekt des Heiligen Stuhls entwarf ein Idealdorf. Und führte die meisten Gebäude selbst aus. So das Zollgebäude, das die alte Torre Alessandrina umfing und die Kirche Santa Maria Porto della Salute, ein strenger Kuppelbau, der an die Kirchen von Palladio erinnert. Die Häuserzeile zieht sich an Ufer des Kanals hin, den die alten Römer Flumen Micinum nannten und die der neuen Gemeinde den Namen gab. Davor wurde der Kafenkai befestigt.

Wenn man vom Flughafen Fiumicino nach Süden startet, sieht man vom Flughafen ein riesiges achteckiges Wasserbecken. Das ist das Hafenbecken, das Kaiser Trajan ab dem Jahr 103 n.Chr. ausheben ließ. Es sollte nach und nach den versandenden Hafen von Ostia ablösen. Um den gigantischen, sturmsicheren Hafen entstand eine Stadt, Portus Romae, die bald um die 40.000 Einwohner hatte und im 4. Jahrhundert Bischofsitz wurde. Doch auch dieser Hafen verlandete durch angeschwemmtes Sediment des Tibers. Heute befindet er sich 3 km von der Küste entfernt. In der Völkerwanderungszeit zerstört und durch malariaverseuchte Sümpfe unbewohnbar verschwand die Stadt jedoch im Mittelalter. Das Bistum, wenn auch fast ohne gläubige Untertan, blieb bis heute bestehen. Es hatte seine Bischofskirche entweder provisorisch auf der Tiberinsel in Rom oder in einer Kapelle mitten im Sumpf. Erst seit 1950 hat der Bischof von Portus eine würdige Kathedrale im römischen Stadtteil La Storta bekommen.

Erst 1400 Jahre später entstand Portus als Fiumicino wieder und ist heute wieder mit dem internationalen Flughafen Eingangspforte für Rom.

Seit diesem Jahr werden erstmals Führungen, wenn auch nur an 2 Sonntag en im Monat, in den Ruinen des antiken Hafens angeboten.

Quelle: Homepage der Gemeinde Fiumicino, Bericht über das Bistum Porto

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oder Telefon: +39 – 346 – 8533377

Bilder für Wikipedia

Borgo Valadier, Fiumicino, Foto RaBoe Wikipedia

Musei Vaticani Gallerie delle Mappe 001

Rekonstruktion von Portus Romae in der Galleria delle Mappe, Vatikan, Antonio Danti, 1580 – 83

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