Piazza di Spagna

Adam Elsheimer – Maler des Weltalls

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Adam Elsheimer, Die Flucht nach Ägypten, 1609, Alte Pinakothek, München

Adam Elsheimer (1578 – 1610), der erste der die Milchstraße darstellte.

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Adam Elsheimer, Selbstporträt, ca. 1607, Uffizien Florenz

Fast jede römische Kirche ist auch eine Begräbnisstätte für mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten. Es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzuforschen welchen Theologen, Politiker oder Künstler man vor sich hat. In Rom sind auch zahlreiche deutsche Künstler begraben.

Auf einen treffen wir in der Kirche San Lorenzo in Lucina. Ein Bau mit 2000 Jahre alter Geschichte, der in jedem Fall einen Besuch lohnt. Am zweiten Pfeiler des Kirchenschiffs links vorne ist das Epitaph für Adam Elsheimer angebracht. Ein neues Kunstwerk von Gianni Gianese, dem Bildhauer Fellinis, das zum 400ten Todestag des Künstlers entstanden ist. Das ursprüngliche Grab Elsheimers ist wahrscheinlich seit der Barockisierung ab 1652 verschwunden.

Adam Elsheimer wurde 1578 in Frankfurt geboren und war dort Schüler des Malers Philipp Uffenbach. Über München und Venedig zog er nach Rom, wo er im Jahr 1600 ankam. Hier entstand sein Hauptwerk. Er kam in ein Rom in dem Caravaggio gerade die Hell-Dunkel-Malerei erfand und in dem der neue Stil, der Barock sich entwickelte. Ein Rom, dass Künstler und Wissenschaftler aus ganz Europa anzog. Elsheimer schuf nur kleinformatige Bilder keine großflächigen Fresken oder Gemälde wie viele Kollegen. Meist Landschaftsbilder und mythologische Szenen. Sein Einfluss auf die Kunstgeschichte war trotzdem beachtlich. Zu seinen engen Freunden zählte Rubens. Auch Rembrandt ließ sich von seinen Bildern anregen.

Die Bedeutung seines Bildes der Flucht aus Ägypten wurde erst vor kurzem von Wissenschaftlern des Deutschen Museums in München erkannt. Die Darstellung der heiligen Familie ist dabei nur Nebensache. Elsheimer hat einen sternenklaren Himmel gemalt, der eine Ahnung von der Weite des Alls bietet. Zum ersten Mal ist dabei von ihm die Milchstraße als Anhäufung abertausender Sterne dargestellt. Auf dem Vollmond sind einzelne Krater zu erkennen. Details die Alzheimer nur durch ein Teleskop gesehen haben kann. Wir wissen, dass Galileo Galilei im September 1609 durch ein selbst konstruiertes Teleskop die Milchstraße beobachtete und erstmals detailliert beschrieb. Astronomen berechneten durch die Winkel der Gestirne, dass Elsheimer den Sternenhimmel Roms bereits in der Nacht des 16. Juni 1609, also drei Monate vor Galilei porträtiert hat. Es ist wahrscheinlich, dass in dieser Zeit bereits Teleskope von holländischen Brillenmachern auch in Rom verkauft wurden. Ist Elsheimer also nicht nur ein zu Unrecht vergessener Maler sondern auch ein verkannter Wissenschaftler?

Bereits ein Jahr darauf bekam Elsheimer Ärger mit seinem Mäzen, dem Holländer Hendrick Goudt. Der hatte dem Maler einen Vorschuss gezahlt, doch die Produktion der bestellten Kunstwerke ging ihm zu langsam. Er ließ Elsheimer in den Schuldturm werfen. An den Folgen des Gefängnisaufenthalts starb Adam Elsheimer am 11. Dezember 1610. Von seinen Werken blieb keines in Rom. Einige Bilder kann man im Frankfurter Städelmuseum bewundern. Die Flucht nach Ägypten hängt in der Alten Pinakothek in München.

Siehe auch: San Lorenzo in Lucina

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Quellen: Wikipedia, Die Welt, Deutsches Museum, Adam Elsheimer Gesellschaft

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Epitaph Elsheimers in San Lorenzo in Lucina

San Lorenzo in Lucina

San Lorenzo in Lucina

Mehr über Elsheimer:

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